10 Jahre Finnenberghof 1994

Einmal auf den Schultern eines Gauklers musizieren, der auf einem Einrad in eine Klarinette bläst – die Freude steht der kleinen Alexandra im wahrtsen Sinne des Wortes ins Gesicht geschrieben. Gaukler Walther Janusch begeisterte am Sonntag in erster Linie die kleinen Zuschauer auf dem Finnenberghof in Nörde mit großartigen Zauberkunststücken. So jonglierte er einen Besen mit extra aus China importierten Stäbchen. Auch das Zauber-„Baumel“-Jojo erntete großen Beifall von den Kindern, die mit weit geöffneten Augen den großen Meister der Magie bewunderten. Sogar Seilspringen auf dem Einrad hatte Walther Janusch in seinem Repertoire.

ein Zeitungsartikel des Westfalen-Blatt, 23. August 1994  und ein Feature von Radio Hochstift

Zunächst der WB-Artikel im Wortlaut:

N ö r d e (tab). Schon von weitem konnte man am Sonntag erkennen, daß Erwin Hartmann und Christine Pohlmann vom Finnenberghof in Nörde anläßlich des zehnjährigen Bestehens ihres Bioland-Hofes ein tolles Programm organisiert hatten. Neben Feldrundgängen und Kreistänzen für die Erwachsenen war der Gaukelzirkus von Walther Janusch, der in erster Linie die kleinsten Besucher begeisterte, der Höhepunkt der Jubiläums-Veranstaltung. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Paderborner Formation »Zabrinsky« mit Uli Kloppenburg (Saxphon) und Stefaan Hollevoet (Gitarre und Gesang). Zum Auftakt demonstrierte Bolko Borrmann afrikanisches Trommeln. Vor genau zehn Jahren, im August 1984, übernahm Erwin Hartmann mit seiner Frau Christine Pohlmann den elterlichen Hof in Nörde. „Wir mußten damals ganz von vorn anfangen«, erinnert sich der heutige Besitzer des Familienbetriebes noch genau an die sicherlich nicht immer einfachen Anfangsjahre.

Doch Schwierigkeiten wurden bewältigt, und inzwischen hat sich einiges verändert auf dem Finnenberghof: So stehen der Hofladen (im ehemaligen Schweinestall eingerichtet) und die damit verbundene Betreuung der Abo-Kunden neben dem ökologischen Landbau im Mittelpunkt. Der Hofladen zeigt ein breites Lebensmittelsortiment von Getreide, Kartoffeln und Gemüse (eigene Erzeugnisse) über Milchpodukte, Getränke, Waschmittel und Konserven (Zukaufprodukte). Erwin Hartmann und Christine Pohlmann beliefern nicht nur diverse Bio-Läden der Region, wie dies in den Anfangsjahren der Fall. war, in den vergangenen fünf Jahren wurde die Zustellung an die mehr als Haushalte ihrer Stammkunden frei Haus zu einer festen Einrichtung.

Heute, zehn Jahre nach der Hofübernahme, sieht vieles anders aus. »Wir arbeiten vielseitiger, betreiben nicht nur die Landwirtschaft und den Gartenbau, sondern kümmern uns auch professionell um die Vermarktung. Zudem haben wir unsere Produktionsmethoden entschieden verbessert, sind sicherer geworden«, freut sich Erwin Hartmann über die ausgesprochen positive Entwicklung seines Hofes.

Doch damit nicht genug: Mittlerweile ist Erwin Hartmann Gruppenvertreter der Bioland-Regionalgruppe im Hochstift und Mitglied des erweiterten Landesvorstandes (als Delegierter der Bioland-Regionalgruppe). Seit zehn Jahren betreiben Erwin in Hartmann und Christine Pohlmann nun ihren landwirtschaftlichen Hof und den Gemüsebau nach Bioland-Richtlinien. Grund genug, um Freunde, Verwandte, Bekannte und Kunden zu einem großen Hoffest mit vielen Attraktionen einzuladen. Während die Kinder nach Lust und Laune auf Strohballen herumtollten, kleine Holzschiffe bauten, im Kettenkarussel durch die Luft flogen oder dem Gaukler einen Besuch abstatteten, kamen auch die Erwachsenen nich zu kurz. So gab es diverse Kunst- und Bücherstände, und außerdem wurde gezeigt, wie aus Wintergerste gerösteter Kaffee entsteht, oder wie man früher ein Spinnrad bediente.

und der Beitrag von Radio-Hochstift zum Frühstück am Montagmorgen: